Eine kurze Zwischenbilanz
 
 

3 Jahre Bielefelder NaturSchule 2002 - 2004

1. Aufgaben und Ziele der Bielefelder NaturSchule

1.1 Immer noch etwas Besonderes: Außerschulische Natur- und Umweltpädagogik

Natur und Umwelt live erleben bei Projekttagen in außerschulischen Einrichtungen: Ein Highlight für Schulklassen, Kindergarten- und Jugendgruppen! Wie könnten Zusammenhänge im Natur- und Umweltschutz eindrucksvoller erlernt und begriffen werden? Außerschulische Projekttage, das heißt: Natur selbst erleben und beobachten, praktische Arbeiten selbst ausführen, natürlich unter geschulter Anleitung. So wächst Interesse und Verständnis für die Vielfalt und die Schutzwürdigkeit unserer Umwelt, denn:

  • "Man sieht nur, was man weiß!" - und:
  • "Man schützt nur, was man kennt!"

Erfreulicherweise wurden Kooperationen mit außerschulischen Lernorten in den letzten Jahren konsequent in den schulischen Lehrplänen verankert und bilden für viele Schulen einen wichtigen Bestandteil des Schulprofils. Gleichwohl unterhalten oder unterstützen die Träger der staatlichen Bildungsanstalten (Kommunen, Land) relativ wenige Einrichtungen speziell für den außerschulischen Unterricht. Für die meisten SchülerInnen stellt daher der Besuch von Schullandheimen, Schulbauernhöfen u.ä. eine absolute Ausnahme im Verlaufe ihrer 10- bis 13-jährigen Schullaufbahn dar; er erfordert zudem i.d.R. einen erheblichen Organisationsaufwand für die LehrerInnen.

1.2. Regelmäßige Teilnahme erleichtern: Unsere Zielsetzung für Bielefeld

Ziel der Bielefelder NaturSchule ist es, im Bereich des Natur- und Umweltschutzes eine Vielfalt leicht erreichbarer außerschulischer Lernorte in Schulnähe anzubieten, damit Bielefelder Schulklassen mit überschaubarem Organisations-, Finanz- und Zeitaufwand wiederholt, regelmäßig und zu unterschiedlichen Themen den Unterricht "vor Ort" veranstalten können. Viele Angebote der Bielefelder NaturSchule sind auch auf das Vorschulalter gerichtet (Kindergärten, Kindertagesstätten), da bekannt ist, dass sich Werthaltungen und Interessenschwerpunkte zu einem erheblichen Anteil bereits im frühen Kindesalter entwickeln und festigen, und dass sich die Begegnung mit Natur und die Beschäftigung mit lebenden Organismen sehr positiv auf die kindliche Entwicklung auswirken. Weitere Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche in freien Gruppen (Vereine u.ä.) sowie ErzieherInnen und LehrerInnen, die sich in naturpädagogischen Themen und Methoden fortbilden wollen und als Multiplikatoren tätig werden können.

Die Arbeit der Bielefelder NaturSchule soll somit die natürliche Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen erweitern, die im großstädtischen Umfeld oft nicht mehr auf selbstverständliche Weise mit Natur und Umwelt in Berührung kommen. Die Bielefelder NaturSchule will aber auch dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche natur- und umweltgerechte Werthaltungen und Verhaltensweisen entwickeln, ohne die unsere Gesellschaft und unsere Natur auf Dauer nicht bestehen können.


2. Trägerschaft, Finanzierung und Verfahren

Die Bielefelder NaturSchule entstand im Jahr 2001 als Gemeinschaftsprojekt des Bielefelder Arbeitskreises Naturpädagogik mit Unterstützung und Förderung der Stiftung für die Natur Ravensberg und der Stiftung der Sparkasse Bielefeld.

2.1. Wer steckt dahinter? Der Arbeitskreis Naturpädagogik

Der Arbeitskreis Naturpädagogik wird von verschiedenen nichtstaatlichen gemeinnützigen Bildungseinrichtungen in Bielefeld gebildet, deren Träger überwiegend Vereine und Verbände mit dem Arbeitsschwerpunkt Natur- und Umweltschutz sind. Er umfasst derzeit folgende Mitglieder:

1. Arbeitsgemeinschaft "Kind und Natur"
2. Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz e.V. (ARA)
3. Bauernhaus-Museum Bielefeld gGmbH
4. Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.
5. Biologische Station Senne e.V.
6. Förderkreis Lernort Natur (eine Initiative der Kreisjägerschaft Hubertus Bielefeld)
7. Förderverein des Naturkunde-Museums Bielefeld
8. Freunde des Botanischen Gartens e.V. (in Kooperation mit der Bienen-AG des
    Helmholtz Gymnasiums)
9. Landwirtschaftlicher Kreisverband Bielefeld (Projekt "Bauernhof als Klassenzimmer -
    Landwirtschaft macht Schule")
10. Naturfreundejugend Bielefeld
11. Naturpädagogisches Zentrum Schelphof e.V.
12. Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.
13. Schulbauernhof Ummeln
14. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., Kreisgruppe Bielefeld/Gütersloh.

Die Mitglieder des Arbeitskreises planen und organisieren ihre Veranstaltungsangebote selbstständig und in eigener Verantwortung. Der Arbeitskreis dient dem Erfahrungsaustausch, der Vorbereitung gemeinsamer Veranstaltungen und insbesondere der Abstimmung des gemeinsamen Veranstaltungsprogramms der "Bielefelder NaturSchule".

2.2. Sichert den Projektrahmen: Die Stiftung für die Natur Ravensberg

Die Stiftung für die Natur Ravensberg (Kirchlengern) unterstützt das Projekt organisatorisch und finanziell. Sie gibt das gemeinsame Programmheft sowie diese Internetseite der Bielefelder NaturSchule heraus, koordiniert die Verteilung der Pro-gramme sowie die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und wickelt als beauftragte Kooperationspartnerin die Förderung der Veranstaltungen durch die Stiftung der Sparkasse Bielefeld ab. Ehrenamtliche Projektbetreuer für die Stiftung für die Natur Ravensberg sind Dr. Ulrike Letschert und Dr. Jürgen Albrecht (Bielefeld).

2.3. Unser Hauptsponsor: Die Stiftung der Sparkasse Bielefeld

Die Veranstaltungen der Bielefelder NaturSchule werden dankenswerterweise seit 2002 von der Stiftung der Sparkasse Bielefeld finanziell unterstützt. Im Pilotjahr 2002 stellte die Stiftung hierzu 25.000 € bereit, in den Jahren 2003 bis 2005 jährlich 30.000 €. Zusammen mit weiteren Sponsorenbeiträgen, um die sich jeder Veranstalter selbst bemüht, kann so der von den Veranstaltungsteilnehmern zu erbringende Eigenbeitrag in einem familienfreundlichen Rahmen gehalten werden. Die Förderung der Sparkassenstiftung ist beschränkt auf Veranstaltungen mit Kinder- und Jugendgruppen Bielefelder Träger mit mind. 10 Teilnehmern sowie auf Fortbildungsveranstaltungen zur Natur- und Umweltpädagogik für Bielefelder PädagogInnen und ErzieherInnen. Zur Vereinfachung der Abrechnungen fließen die Förderbeträge nicht an die Teilnehmer, sondern über die Stiftung für die Natur Ravensberg unmittelbar an die Veranstalter.


3. Programmangebot und Veranstaltungen 2002 bis 2004

3.1. Kontinuierlicher Anstieg: Angebotene und durchgeführte Veranstaltungen

Seit Gründung der Bielefelder NaturSchule sind - vor allem durch den Anstieg der kooperierenden Veranstalter - die Anzahlen der im Programmheft angebotenen Veranstaltungen, der durchgeführten Veranstaltungen sowie der Teilnehmer kontinuierlich gewachsen. Diese Entwicklung belegt einen großen Bedarf an bezahlbaren, ortsnahen Angeboten:

3.2. Wer besucht unsere Veranstaltungen? Altersstruktur der Teilnehmer

Knapp zwei Drittel aller bisherigen Teilnehmer gehören der Primarstufe (Grundschule) an; ein Sechstel der Vorschule, ein Siebtel der Unterstufe der Sekundarstufe I. Die restlichen 4% teilen sich SchülerInnen der Mittel- und Oberstufe sowie ErzieherInnen und LehrerInnen im Rahmen der beruflichen Aus- und Fortbildung:

3.3. Unser Erfolgsindikator: Die Reichweite

Die Reichweite drückt die (rechnerischen) Anteile der Bielefelder Kinder und Jugendlichen aus, die aus ihrer jeweiligen Altersstufe im Jahresverlauf an einer Veranstaltung der Bielefelder NaturSchule teilnehmen konnten. Die Anteile in den drei wichtigsten Alters-Zielgruppen (Vorschule, Primar- und Unterstufe) sind kontinuierlich angestiegen. In der Primarstufe kann bereits jedes zweite Kind jährlich einmal an einem außerschulischen Unterrichtsangebot der NaturSchule teilnehmen:



4. Wichtig für die Kundenzufriedenheit: Ihre Qualitätskontrolle

Alle LeiterInnen der teilnehmenden Gruppen (bzw. Eltern von teilnehmenden Kindern) werden gebeten, zur Qualitätskontrolle einen Teilnehmerfragebogen auszufüllen. Dort können "Schulnoten" von 1 bis 6 für die Merkmale Gesamteindruck, Veranstaltungsinhalte, Betreuung und pädagogische Qualität sowie Örtlichkeit vergeben werden; außerdem kann die Kostenhöhe beurteilt werden. Die Rücklaufquoten waren mit 30% bis 46% erfreulich hoch. Noch erfreulicher fielen die Beurteilungen aus: Alle Veranstalter erreichten für alle Merkmale Durchschnittsbeurteilungen zwischen gut und sehr gut. Der Gesamtnotenschnitt sämtlicher Veranstaltungen lag 2004 bei 1,4. Die Veranstaltungskosten werden dank der Förderung durch die Sparkassenstiftung ganz überwiegend (zu 94%) als angemessen bzw. tragbar eingestuft. Fast alle LeiterInnen bzw. Eltern (98%) empfehlen die besuchte Veranstaltung uneingeschränkt weiter.



5. Unser Kontakt zu Ihnen: Öffentlichkeitsarbeit

Wichtigstes Medium der Bielefelder NaturSchule ist das jährlich in einer Auflage von 3.500 bis 4.000 Stück erscheinende Programmheft, das aktiv an sämtliche Bielefelder Bildungs- und Erziehungseinrichtungen verteilt und öffentlich ausgelegt wird. Die steigenden Zugriffe auf die Internet-Seite spiegeln den zunehmenden Bekanntheitsgrad der Bielefelder NaturSchule wieder:

Daneben werden - insbesondere auch von den Einzelveranstaltern - regelmäßig Pressemitteilungen herausgegeben. Die Natur-Rallye beim Museumsfest 2003 besuchten über 500 Personen. Die vielleicht beste Öffentlichkeitsarbeit ist die gute Qualität der Veranstaltungen: Inzwischen entscheidet sich rund ein Drittel der Teilnehmer aufgrund einer Empfehlung (Kollegen, Eltern, Bekannte, eigene frühere Teilnahme) für die Bielefelder NaturSchule.